V/A 5 Jahre Untergrund

V/A 5 Jahre Untergrund
Kassette
Vertrieb: Castellum Stoufenburc
Erscheinungsjahr: 2013






5 Jahre erfreut das deutsche Label Castellum Stoufenburc nun schon den musikalischen Untergrund, wobei 2 Fakten immer wieder ins Auge stachen. Das waren zum einen der Wunsch, dem Publikum eher unbekannte Künstler aus dem Military Industrial und Dark Ambient Bereich vorzustellen, zum anderen legte man in allen Veröffentlichungen Wert auf eine individuelle Gestaltung und Verpackung, die Labelbetreiber D.S. zusammen mit Sig P. und seiner Bildkunstschmiede realisieren konnte. Egal ob CDr oder aufwändig produzierte CD (wie im Falle des Kultsamplers „Sturmreif“) – an vorderster Front stand immer das Bedürfnis, ein ästhetisch ansprechendes Gesamtwerk abzuliefern.
Für „5 Jahre Untergrund“, den ersten Labelsampler, hat man sich für das Kassettenformat entschieden. Dass die Kassette nicht totzukriegen ist, zeigen immer wieder aktuelle Veröffentlichungen im Untergrund-Sektor, besonders der Noise und Industrial Bereich ist in diesem Format noch immer sehr aktiv. Gut so, denn auf diese Weise erhält man ein schönes Stück nostalgisch wirkender Tonkunst – äußerlich, ebenso wie inhaltlich.
Denn eines wird klar, wenn man sich „5 Jahre Untergrund“ anhört: Den hier versammelten Künstlern geht es nicht um große Erfolge oder das schnelle Geld. Dazu ist die Musik zu nihilistisch, zu welt-abgewandt und manchmal auch einfach schlicht zu schrill. Künstler wie Seuchensturm, Selektion, The Final War, Corazzata Valdemone oder Bunkergeist liefern erstklassigen rhythmischen Noise ab. Mal agiert man dabei brachial verzerrt, mal elektronisch tanzbar. Neoklassiche bzw. kämpferische Tonkunst bieten uns Spreu & Weizen, Waffenruhe, Himmelsburg oder Verney 1826, während RUHE, Thron und Jani Hellén eher Dark Ambient zelebrieren, wunderbar harmonisch und selbstversunken. Mit „Heimkehr“ von Schwarze Heimat hat es sogar ein Stück purer Neofolk auf den Sampler geschafft. Hervorheben möchte ich Die Macht, deren Lied „Es lebe Deutschland“ wirklich für Gänsehaut sorgt. Wenn man für frühe Werke von Les Joyaux de la Princesse schwärmt, wird man diese Musik mit Sicherheit genießen können.
Beide Seiten der professionell produzierten Kassette ergeben zusammen 70 Minuten Musik, von denen keine einzige Minute langweilt. Grundsätzlich bringt es das Compilation-Format mit sich, dass für viel Abwechslung gesorgt ist. Aber darüber hinaus können nahezu alle Stücke auch für sich allein stehen und vollkommen überzeugen. Wir gratulieren Castellum Stoufenburc  zum Geburtstag und bedanken uns für 5 wunderbare Jahre unangepasster Tonkunst. Mögen es noch mindestens 5 weitere Jahre werden.

mr.