Waffenruhe - War Rituals

Waffenruhe - War Rituals
CD
Vertrieb: Castellum Stoufenburc
Erscheinungsjahr: 2013







Die deutsche Formation Waffenruhe veröffentlicht im Herbst 2013 nach langer Vorbereitungszeit endlich ihr mit Spannung erwartetes erstes Album "War Rituals". Boten die bisher veröffentlichten Tonträger (einige längst vergriffene Splitalben und EPs) bereits sehr ansprechende Klangkunst, so zeigt sich das Debutalbum nun weiterentwickelt, mit ausgereiftem Konzept und differenziertem Klangbild.

Optisch präsentiert man das Werk ganz wunderbar zurückhaltend in einem schmucken, ganz in weiß gehaltenem Digipak. Weniger ist manchmal mehr, sagt ein altes Sprichwort - und hier funktioniert das ganz eindeutig. Obwohl es auf dem Album um den Krieg geht, verzichtet man auf genretypische Bilder aus den letzten beiden Weltkriegen und wählt stattdessen drei alte schwarzweiße Illustrationen, die mehrere Deutungsmöglichkeiten offen lassen. Der Konsument ist hier also bereits aufgefordert, sich seine eigenen Gedanken zu machen.

Musikalisch erwartet uns auf "War Rituals" Martial Industrial in Vollendung. Dabei vermeidet Waffenruhe aber glücklicherweise den Fehler, die Lieder im Bemühen um ein homogenes Klangbild in Langeweile ertrinken zu lassen. Wer mich privat kennt, weiß wie sehr ich ein abwechslungsreiches Klangbild innerhalb eines Albums schätze und wie schnell mich CDs langweilen, die immer die gleiche Variation eines einzigen Themas bringen. Davon ist "War Rituals" weit entfernt. Sicher, das Klangbild des Albums ist in der Tat homogen, dennoch bringt es Waffenruhe fertig, keine Langeweile aufkommen zu lassen. Stattdessen werde ich beim genauen Zuhören zunehmend gefangen genommen und entdecke mehrere Lieder, die allesamt demnächst zu Klassikern werden könnten.

Das Album wird von "The Ritual Begins" eröffnet, das mit seinem archaischen Schlagwerk und gelegentlich aufblitzenden Panflöten ein großes Stück in der Zeit zurückreist und uns damit zeigt, wie alt das Thema "Krieg" auf diesem Planeten bereits ist. Krieg bestimmte die Geschichte unserer Zivilisationen von Anfang an, und so wie es aussieht, wird sich in den nächsten Jahrhunderten daran leider auch nichts ändern.

"Kämpft!" ist ein absolutes Hightlight, das mit einer faszinierenden Melodie daherkommt und das orchestrale Werk mit neofolkigen Gitarren (The Day Of The Antler!) wohltuend unterstützt.
Einen weiteren Höhepunkt stellt auch "Our Home Is The Battlefield" dar. Hier kommen neben den genretypischen Marschtrommeln auch frische Rhythmen und ergreifende Orchesterklänge zum Einsatz.

"Blood Covers Earth" ist mit seinem mächtigen Schlagwerk kriegerisch und hymnisch zugleich, während auf "Sieg" Chöre, pulsierende Streicher und Samples zu einem Lied verschmelzen, das man sich in jeder mutigen Szenediskothek vorstellen könnte. Mit seiner modernen Rhythmik erinnert dieser Track sogar ein wenig an die früheren Dernière Volonté.

"War-Chant-Ritual" und "Set The World On Fire" verzaubern mit Flötenklängen und stimmungsvollen, teilweise aufwühlenden Vocaleinsätzen.

Ein großartiges Lied folgt auf das nächste, und die Liste ließe sich so fortsetzen. "New Flowers Out Of Cold Ashes" rührt mit wunderbarem Piano und störrischen Bläsern fast zu Tränen, bevor man mit "Wir werden Ewig Leben" das Album auf denkbar schönste Weise beendet.

Die Musik verklingt und lädt mich ein, das Album wieder und wieder zu hören. Musikalisch ist Soldat D. mit Waffenruhe ganz sicher auf einem Höhepunkt seines Schaffens angelangt. Zu kritisieren habe ich wenig. Vielleicht könnte man beim nächsten Album noch ein wenig mehr Augenmerk auf die Vocals legen. Diese sind gelegentlich ein wenig monoton, zu verhallt und nicht immer ganz sicher. Aber das ist bereits das, was man "Meckern auf hohem Niveau" nennt, denn alles in allem bin ich von "War Rituals" einfach nur begeistert.

Das Album erscheint erstmalig als Coproduktion der Labels Castellum Stoufenburc und Lichterklang. Bleibt zu hoffen, dass die guten Vertriebswege von Lichterklang es Waffenruhe ermöglichen, ein wenig aus dem Schatten bekannterer Formationen wie Triarii hervorzutreten und endlich die Anerkennung zu finden, die sie meiner Meinung nach auch verdienen.

mr.


V/A 5 Jahre Untergrund

V/A 5 Jahre Untergrund
Kassette
Vertrieb: Castellum Stoufenburc
Erscheinungsjahr: 2013






5 Jahre erfreut das deutsche Label Castellum Stoufenburc nun schon den musikalischen Untergrund, wobei 2 Fakten immer wieder ins Auge stachen. Das waren zum einen der Wunsch, dem Publikum eher unbekannte Künstler aus dem Military Industrial und Dark Ambient Bereich vorzustellen, zum anderen legte man in allen Veröffentlichungen Wert auf eine individuelle Gestaltung und Verpackung, die Labelbetreiber D.S. zusammen mit Sig P. und seiner Bildkunstschmiede realisieren konnte. Egal ob CDr oder aufwändig produzierte CD (wie im Falle des Kultsamplers „Sturmreif“) – an vorderster Front stand immer das Bedürfnis, ein ästhetisch ansprechendes Gesamtwerk abzuliefern.
Für „5 Jahre Untergrund“, den ersten Labelsampler, hat man sich für das Kassettenformat entschieden. Dass die Kassette nicht totzukriegen ist, zeigen immer wieder aktuelle Veröffentlichungen im Untergrund-Sektor, besonders der Noise und Industrial Bereich ist in diesem Format noch immer sehr aktiv. Gut so, denn auf diese Weise erhält man ein schönes Stück nostalgisch wirkender Tonkunst – äußerlich, ebenso wie inhaltlich.
Denn eines wird klar, wenn man sich „5 Jahre Untergrund“ anhört: Den hier versammelten Künstlern geht es nicht um große Erfolge oder das schnelle Geld. Dazu ist die Musik zu nihilistisch, zu welt-abgewandt und manchmal auch einfach schlicht zu schrill. Künstler wie Seuchensturm, Selektion, The Final War, Corazzata Valdemone oder Bunkergeist liefern erstklassigen rhythmischen Noise ab. Mal agiert man dabei brachial verzerrt, mal elektronisch tanzbar. Neoklassiche bzw. kämpferische Tonkunst bieten uns Spreu & Weizen, Waffenruhe, Himmelsburg oder Verney 1826, während RUHE, Thron und Jani Hellén eher Dark Ambient zelebrieren, wunderbar harmonisch und selbstversunken. Mit „Heimkehr“ von Schwarze Heimat hat es sogar ein Stück purer Neofolk auf den Sampler geschafft. Hervorheben möchte ich Die Macht, deren Lied „Es lebe Deutschland“ wirklich für Gänsehaut sorgt. Wenn man für frühe Werke von Les Joyaux de la Princesse schwärmt, wird man diese Musik mit Sicherheit genießen können.
Beide Seiten der professionell produzierten Kassette ergeben zusammen 70 Minuten Musik, von denen keine einzige Minute langweilt. Grundsätzlich bringt es das Compilation-Format mit sich, dass für viel Abwechslung gesorgt ist. Aber darüber hinaus können nahezu alle Stücke auch für sich allein stehen und vollkommen überzeugen. Wir gratulieren Castellum Stoufenburc  zum Geburtstag und bedanken uns für 5 wunderbare Jahre unangepasster Tonkunst. Mögen es noch mindestens 5 weitere Jahre werden.

mr.

Waffenruhe - Tiefschwarz-weißes Rot

Waffenruhe - Tiefschwarz-weißes Rot
Mini-CDr
Vertrieb: Castellum Stoufenburc
Erscheinungsjahr: 2013





Mit „Tiefschwarz-weißes Rot“ schickt sich die deutsche Martial-Industrial Formation WAFFENRUHE an, endlich wieder neues Material zu veröffentlichen. Zuvor waren 2012 eine Download-Single sowie der erste Teil der „Evropean Brotherhood Trilogy“ erschienen, eine Kooperation zwischen WAFFENRUHE und LEGIONARII, und leider wird diese Trilogie wohl Fragment bleiben, denn die namensgebende „European Brotherhood“ wurde inzwischen wieder aufgelöst.
Wer die melancholischen Klänge von WAFFENRUHE inzwischen vermisst hat, kann nun beruhigt aufatmen: „Tiefschwarz-weißes Rot“ wird jeden aufgeschlossenen Hörer sofort in seinen Bann ziehen. Beginnend mit dem extrem starken Eröffnungstitel „Einklang“, nehmen uns WAFFENRUHE auf eine Reise in Europas Vergangenheit mit. Eine absteigende Synthesizermelodie eröffnet das Stück, bald erklingt eine Orgel und erzeugt eine sakrale Stimmung, die den Hörer unweigerlich gefangen nimmt. Vergleiche, sofern sie denn überhaupt zugelassen sind, würde ich am ehesten noch mit LES JOYAUX DE LA PRINCESSE oder sehr frühen DERNIÈRE VOLONTÉ bzw. BLUTHARSCH ziehen. Der Künstler ist jedoch weit von einem bloßen Plagiat entfernt, vielmehr zieht sich der sehr eigene WAFFENRUHE Stil durch alle sechs Stücke des Mini-Albums. „Tag der Rückkehr“ oder „Hymne der Gefallenen“  sind solche Titel, in denen man die liebgewonnene WAFFENRUHE -Handschrift sofort erkennen kann, sowohl inhaltlich als auch in ihrer äußeren Form. Hier gesellen sich schwere Trommeln zu den allgegenwärtigen Orgeln und Streichern, und im Text werden zwei Themen angesprochen, die wohl noch für lange Zeit ein Reizthema in unserer Gesellschaft bleiben werden. „Tag der Rückkehr“ setzt sich dabei mit der Problematik der Heimatvertriebenen auseinander, während „Hymne der Gefallenen“ von den Opfern spricht, die die letzten Kriege vom Volk abverlangt haben. „Ausklang“, das ganz am Ende noch einmal die Melodie des Eröffnungsstücks aufnimmt, bildet den formalen Abschluss des Werkes und hinterlässt einmal mehr einen nachdenklichen Hörer.
Selten habe ich in letzter Zeit ein so wunderbares Werk gehört, das mit seinen 26 viel zu kurzen Minuten wirklich Appetit auf mehr macht. Allerdings ergibt sich aus der Kürze des Albums eine perfekte, in sich abgeschlossene kleine Welt, die ich immer wieder betreten und erkunden möchte.
Castellum Stoufenburc erfreut uns bei dieser strikt limitierten Veröffentlichung erneut mit individuellem Design. Die Papierbox ist handbemalt und enthält eine 3“ CD, ein bedrucktes Einlegeblatt sowie einen sehr schön gestalteten Aufnäher von hoher Qualität. Ein wenig schade ist es, dass die Papierbox beim Versand etwas gelitten hat; hier würde ich mir beim nächsten mal einen etwas stabileren Karton wünschen. Verpackt ist das Gesamtwerk in einem kleinen Jutesäckchen, das mit dem Logo des Labels verziert wurde. Da nur noch wenige Exemplare erhältlich sind, wird das Album wohl bald ausverkauft sein, eine hohe Verbreitung unter Fans und Sammlern wäre aber aufgrund der hohen musikalischen Qualität wünschenswert.
mr.

Wintertage, Teil 2: The Day of the Antler - A Call to Greatness

The Day of the Antler - A Call to Greatness
CDr
Vertrieb: Castellum Stoufenburc
Erscheinungsjahr: 2012








Die bereits angesprochene zweite neue Veröffentlichung von Castellum Stoufenburc liefern uns THE DAY OF THE ANTLER. Hinter diesem Bandnamen verbirgt sich Jani Hellén, doch auch hier umgibt ein ominöser Schleier den Schöpfer des bereits 2010 schon einmal veröffentlichten Werkes "A Call to Greatness". Kaum zu glauben, dass ein Künstler heutzutage ohne eigene Homepage auskommen kann; noch nicht einmal bei den üblichen sozialen Verdächtigen scheint sich Herr Hellén zu tummeln: Weder Facebook noch Last.fm & Co. liefern auch nur eine einzige wirklich brauchbare Information, um sich mit dem Musiker auseinanderzusetzen.
Nun, das schadet nichts, um so mehr sind wir angehalten, uns ausschließlich mit der Musik des Projektes zu beschäftigen. Und die hat es in sich. Ausnahmslos alle Songs sind Coverversionen bedeutender Heavy Metal Songs. Aber: Alle Lieder werden im Neofolk-Stil vorgetragen, mit Akustikgitarre, Schlagwerk und gelegentlichen zusätzlichen Effekten.

Nun muss ich gleich vorausschicken, dass ich mit Heavy Metal (in allen erdenklichen Geschmacksrichtungen) noch nie so richtig warm geworden bin. Nicht vor über 20 Jahren, als mein Zimmergenosse im Studentenwohnheim mich mit HELLOWEEN quälte, und auch später nicht, als Nu-Metal plötzlich in aller Munde war. Das soll keineswegs abwertend klingen, diese Musik war nur einfach niemals "meine Tasse Tee".
Als Anfang der 2000er Jahre auf Eis & Licht die 10" EP von CADAVEROUS CONDITION herauskam, habe ich es frohen Mutes noch einmal versucht, doch selbst da hatte es bei mir noch nicht "Klick" gemacht. Metal-Gegrunze mit Neofolk-Gitarren? Das ging schon gar nicht. Entsprechende Bedenken hatte ich denn auch, als mir Castellum Stoufenburc Ende 2012 das vorliegende Album zur Rezension anbot. Metal-Songs im Neofolkgewand? Ich war erst einmal skeptisch.

Um so überraschter war ich, als ich mir "A Call to Greatness" anhörte und nach gut 40 Minuten angenehmer Unterhaltung bereits am Ende des Albums angelangt war. Was zuerst auffällt: Alle Songs ließen sich erstaunlich gut in den akustischen Stil übertragen. Zwar kann man bei fast allen Liedern noch ihren Ursprung heraushören, ich bilde mir aber ein, dass unvoreingenommene Hörer, die die Originalversionen nicht kennen, die Lieder als durchaus eigenständige Werke kennenlernen können. Frappierend ist die inhaltliche Übereinstimmung vieler Themen, die Neofolk und Metal ganz offensichtlich hatten und immer noch haben. Nordische Mythologie, Schlachtenhymnen, Glorifizierung von Heldentum, Ehre, Kampf, Ruhm, Natur und Tod... Für Liebhaber beider Szenen mögen diese Überschneidungen ein alter Hut sein, mir sind sie bis zu dieser Veröffentlichung jedoch noch nie so deutlich klar geworden.

Die interpretierten Stücke stammen meist aus den 80er Jahren und wurden ursprünglich von Genre-Größen wie IRON MAIDEN oder MANOWAR geschrieben. Wir müssen also nicht befürchten, eine weitere unsägliche Coverversion von "Nothing else matters" präsentiert zu bekommen. Gegenüber der Erstveröffentlichung bietet die Neuauflage 3 zusätzliche Lieder, die für mich auch gleichzeitig die besten Stücke sind: "The Duellists", "Warrior-Throw Down The Sword" und "Battle Hymn". Jani Hellén singt alle Lieder mit tiefer, unverzerrter Stimme, auf jegliche "Growls" wird glücklicherweise verzichtet. Und ganz ehrlich: Wildes Gegrunze hätte die Atmosphäre dieses Albums nur zerstört. Meist gelingt ihm die interpretatorische Gratwanderung auch ganz gut, nur beim Opener "Flash of The Blade" schmerzt der Versuch ein wenig, in die höheren Gesangslagen des Originals zu wechseln. Skip. Das war aber auch schon mein einziger Kritikpunkt, der Rest des Albums ist wirklich gut gelungen.

Abschließend noch ein Wort zur optischen Gestaltung der CD: Hier wählte das Label einen wesentlich schlichteren Ansatz, der jedoch im Endergebnis nicht weniger gut aussieht. Die CD ruht in einem dunkelgrünen A4-Blatt aus starkem Papier, das so geschickt gefaltet wurde, dass sich ein handliches Album ergibt, einem Digipack nicht unähnlich. Auch hier schließt eine bedruckte Banderole das kleine Paket stilvoll ab.


mr.
 

Wintertage, Teil 1: Lupi Gladius - Lucania

Lupi Gladius - Lucania
CDr
Vertrieb: Castellum Stoufenburc
Erscheinungsjahr: 2013








Wintertage sind Krankentage, und so war die Freude groß, als der Briefträger vor einigen Wochen die Eintönigkeit des grauen Januars mit einem neuen Päckchen aus dem Hause Castellum Stoufenburc unterbrach, darin gleich 2 neue Veröffentlichungen des jungen deutschen Labels enthalten waren.

Beginnen wir unsere musikalische Reise mit der EP "Lvcania" der italienischen Neofolkband LUPI GLADIUS, oder auch "Lvpi Gladivs", um die lateinische Schreibweise des Bandnamens von der CD zu übernehmen. Was sich auf bisherigen Veröffentlichungen des Labels bereits andeutete, wird auch hier wieder konsequent fortgeführt: Es wird viel Wert auf eine ansprechende optische Gestaltung der CD gelegt. Im Klartext bedeutet das, dass der Silberling in einem Jakepack untergebracht ist, einer Art sich selbst entfaltender Papphülle. Wer sich an die Pop-Up-Bücher seiner Kindheit noch erinnern kann, kann sich in etwa vorstellen, was damit gemeint ist. Verschlossen ist das kleine Paket mit einer schwarz-weiß bedruckten Papierbanderole. Außerdem sind noch ein Button und das Booklet enthalten, das uns die auf den ersten Blick schwer fassbare Tatsache verrät, dass "Lvcania" bereits im Jahre 2003 aufgenommen wurde. Schwer fassbar vor allem deshalb, weil das dargebotene musikalische Material so viel Potential enthält, dass man sich kaum vorstellen kann, welche Gründe dazu geführt haben mögen, dass bis zur Veröffentlichung des Demos ganze 10 Jahre vergehen sollten.

7 Lieder bietet uns die EP, die bis auf "Helden" allesamt in italienischer Sprache vorgetragen werden, daher kann ich zum Inhalt der CD nicht all zu viel sagen. Ich nehme aber an, dass das deutsch gesungene "Helden" mit seinem  schönen und heroischen (allerdings auch etwas plakativen) Text durchaus stellvertretend für den Rest des Werks steht. Leider finden sich im weltweiten Netz kaum Informationen über die Band, ich kann also nicht einmal genau sagen, ob sie tatsächlich noch aktiv besteht. Auch die Facebook- und Myspace-Seiten zeigt sich nicht eben freigiebig, wenn man sich über LUPI GLADIUS informieren möchte.

Den Reigen der Lieder eröffnet "Massacro", das mit seinen martialischen Trommeln durchaus auch von den Landsleuten CAMERATA MEDIOLANENSE stammen könnte, allerdings klingt der hier vorliegende Song eher nach einer Liveaufnahme, mit all seinen Nebeneffekten: Kleine Fehler im Tempo, verwaschener Sound - aber das ist eben der Charme handgespielter Musik.
Und handgemacht ist sie, das merkt man auch in den nachfolgenden Songs, die hundertprozentigen und wunderschönen Neofolk bieten. Dabei werden die Lieder immer wieder von netten musikalischen Einfällen aufgelockert, wie z.B. dem Wolfsgeheul auf "Lupi Gladius", oder der Violine auf "Guerrieri Impavidi". Letzteres ist ganz unzweifelhaft auch der stärkste Song des Minialbums: Rhythmisch, kämpferisch und hymnisch. Die melodische und dunkle Stimme Pietro B.'s fügt sich harmonisch in das Ganze ein.

2 Remixe beschließen die EP. Der erste ist eine modernisierte Version von "Guerrieri Impavidi", neu abgemischt von SPREU & WEIZEN. Sehr gut gelungen, noch rhythmischer als die Originalversion und sogar mit zusätzlichen Vocals von Signore P. versehen. Den absoluten Höhepunkt des Albums liefern für mich aber WAFFENRUHE und THE DAY OF THE ANTLER ab, deren Neuinterpretation von "Massacro" das Original um Längen übertrifft: Ganz wunderbare Musik!

Abschließend kann man Castellum Stoufenburc nur gratulieren, mit LUPI GLADIUS eine wahre Perle vor dem Vergessen bewahrt zu haben.


mr.